Schaffen wir das? von Thomas Fischer

Flüchtlinge, Migration etc. sind generell nicht wirklich das Thema dieses Blogs, auch wenn ich sie schon das eine oder andere Mal angeschnitten habe. Doch bin ich heute über einen Text gestolpert, der meine Gedanken zu der sog. „Flüchtlingskrise“ so gut widerspiegelt, dass ich es nur schade finde, ihn nicht selbst geschrieben zu haben. Die vom Autor verwendeten Argumente sind so treffend, wie Argumente nur sein können. Kurzum: Absolut lesenswert! Schaffen wir das? von Thomas Fischer.

P.S. Eine interessante Ergänzung zu Fischers Text bietet ein Interview mit Slavoj Žižek in der Süddeutschen.

Die unsichtbaren Polen

Ich habe kürzlich einen recht negativ gestimmten Text über meine sogenannte Heimat geschrieben, mit der ich mich kaum noch identifizieren kann. Nun bin ich heute auf einen Text in der taz gestoßen, der eine völlig andere Sichtweise bietet. Ich muss gestehen, dass ich die Probleme, die die Autorin schildert, nicht wirklich nachvollziehen kann – vielleicht eben, weil ich mich weder für „deutsch“ noch für „polnisch“ halte und eine derartige Identität auch gar nicht wichtig finde… Wie dem auch sei, der taz-Text ist auf jeden Fall lesenswert:

Wer Strebermigranten studieren will, der kann uns als Musterfamilie nehmen. Meine Eltern, beide Ärzte, bekamen Arbeit, wir lernten Deutsch, mein Vater stieg auf, meine Mutter weniger, wir bauten ein Haus. Wir fuhren erst einen Mazda, dann einen BMW, dann einen Chrysler, und später eine Limousine von Audi. Ich besuchte ein humanistisches Gymnasium, lernte Klavier und Ballett, mit Polen wollte ich erstmal nichts zu tun haben, ich ging nach Paris und Rom.

Erst viel später, als ich erwachsener wurde, fielen sie mir auf: all die Polen in Deutschland. Meine Generation, Anfang dreißig, die im Kindesalter mit ihren Eltern eingewandert war. Top integriert, erfolgreich, sie wirkten fast deutscher als die Deutschen. [mehr]

Mein kleiner Beitrag zur deutschen Integrationsdebatte

In letzter Zeit kam die sog. Integrationsdebatte in Deutschland mal wieder hoch. Pegida sei dank(?). Doch diese so wichtige öffentliche Debatte hat schon immer eine wesentliche Schwachstelle: Integration wird sehr einseitig betrachtet, als „Aufgabe“ der Immigranten unter Zuhilfestellung des Staates. So einfach ist die Sache aber nicht. Integration ist kein unidirektionaler Prozess, sondern erfordert Anstrengungen bei allen beteiligten Akteuren. Weiterlesen „Mein kleiner Beitrag zur deutschen Integrationsdebatte“