Schaffen wir das? von Thomas Fischer

Flüchtlinge, Migration etc. sind generell nicht wirklich das Thema dieses Blogs, auch wenn ich sie schon das eine oder andere Mal angeschnitten habe. Doch bin ich heute über einen Text gestolpert, der meine Gedanken zu der sog. „Flüchtlingskrise“ so gut widerspiegelt, dass ich es nur schade finde, ihn nicht selbst geschrieben zu haben. Die vom Autor verwendeten Argumente sind so treffend, wie Argumente nur sein können. Kurzum: Absolut lesenswert! Schaffen wir das? von Thomas Fischer.

P.S. Eine interessante Ergänzung zu Fischers Text bietet ein Interview mit Slavoj Žižek in der Süddeutschen.

Der Fluch des kleineren Übels oder Alles Leben ist Abwägen

Es gibt da eine Buchreihe, die außerhalb Polens eher wegen des auf ihr basierenden Computerspiels bekannt ist (sie wurde auch verfilmt, aber der Film ist grottenschlecht). Abgesehen davon, dass die Bücher der Reihe zu meinen absoluten Favoriten gehören, hat die Geschichte ein „psychologisches Leitmotiv“, an das ich mich in letzter Zeit immer wieder erinnern muss – das Prinzip des „kleineren Übels“. Die Hauptfigur weigert sich konsequent, in Konflikten, die sie eigentlich nicht betreffen, sich auf eine Seite zu stellen, muss aber immer wieder feststellen, dass dies nicht möglich ist – sie muss sich jeweils für das kleinere der beiden zur Verfügung stehenden Übel entscheiden, so sehr ihr das zuwider ist. Im Grunde ist die Entscheidung zwischen kleineren und größeren Übeln eine pessimistische Version des Grundprinzips der Ökonomik, das man, Karl Popper paraphrasierend, mit „Alles Leben ist Abwägen“ umschreiben könnte. Weiterlesen „Der Fluch des kleineren Übels oder Alles Leben ist Abwägen“