Afrikas Misere und Fair Trade

Ich habe vor einigen Jahren ein sehr interessantes Buch des polnischen Reporters Adam Leszczyński über dessen Reisen durch Afrika gelesen. Darin fand ich eine Aussage, die mir zu denken gab: der Autor kritisierte darin die Idee des Fair Trade, weil er meinte, dass sie dazu beiträgt, dass die afrikanischen Ökonomien weiterhin auf Rohstoffgewinnung und Nahrungsmittelproduktion fokussiert bleiben. Der Vorwurf ist angesichts der desolaten wirtschaftlichen Lage auf dem Kontinent interessant, insbesondere, da wir „Westler“ tatsächlich die Tendenz haben, bei unseren gut gemeinten Wohltaten zu kurz zu denken. In diesem Fall basiert die Kritik aber letztendlich doch auf einem Fehlschluss. Weiterlesen „Afrikas Misere und Fair Trade“

Der Entwicklungs-Umwelt-Nexus

Ich muss gestehen, dass ich nicht gewusst hatte, wer Angus Deaton ist, bevor er mit dem diesjährigen Wirtschafts-Nobel-Gedenkpreis ausgezeichnet wurde. Ein Leontief-Preis und ein positiv scheinender Tweet von Dani Rodrik indizieren aber schon einmal, dass dies keine schlechte Wahl war. Als ich den SZ-Kommentar zu der Auszeichnung las, erinnerte ich mich an einen Bereich der ökonomischen Forschung, für den ich mich früher begeistert hatte – und der mich gewissermaßen an diese Disziplin herangeführt hatte: die Entwicklungsökonomik. Deaton ist ein Kritiker der „Hilfsindustrie“ (Rodrik) und betont, dass Geld allein nicht reicht, um armen Ländern zu helfen – etwas, worauf ich vor Ewigkeiten auch einmal hinwies (natürlich ohne damals wirklich Ahnung gehabt zu haben, sondern höchstens Intuition). Wie dem auch sei, ist die Auszeichnung von Deaton eine gute Gelegenheit, ein paar Worte über den Zusammenhang zwischen Entwicklungs- und Umweltökonomik zu verlieren – denn die Überschneidungen zwischen den beiden Forschungsrichtungen sind viel größer, als dies den meisten Beteiligten bewusst zu sein scheint. Weiterlesen „Der Entwicklungs-Umwelt-Nexus“