Die Kunst der wissenschaftlichen Zusammenarbeit: Ko-Autor*innen

Wissenschaft, gerade Nachhaltigkeitswissenschaft, ist ein kollaboratives Unterfangen. Das trifft insbesondere auch auf das Schreiben von Publikationen zu. Daher ist es von erheblicher Bedeutung, dass man sich passende Kooperationspartner*innen und letztlich Ko-Autor*innen sucht, die nicht nur die notwendige Expertise mitbringen, sondern mit denen man auch gut klar kommt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man an die Ko-Autor*innen-Suche herangehen kann.

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Elsevier und die Notwendigkeit kollektiver Lösungen

Aufgrund der vorerst gescheiterten Verhandlungen des DEAL-Verbundes deutscher Forschungsorganisationen mit dem niederländischen Verlagsgiganten Elsevier hat man als Forscherin in Deutschland derzeit keinen Zugang zu Elsevier-Inhalten, die 2018 und 2019 veröffentlicht wurden. Man kommt zwar weiterhin über Fernleihe, Repositorien sowie weniger legale Alternativen an die gewünschten Publikationen heran. Doch der Konsens in der Wissenschafts-Community ist, dass Elsevier ein Problem ist – als Ausdruck der Unterstützung der Open-Science-Ziele sowie als Druckmittel gegen Elsevier entscheiden sich daher viele für zahlreiche Formen des Boykotts. Dabei stößt man als Einzelner jedoch auf Grenzen, wie ich gerade.

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Weniger als die Summe der Einzelteile

Schaut man sich das deutsche Wissenschaftssystem an, fällt einem sehr schnell auf, dass es sehr viele Doktorand*innen gibt und relativ wenig Post-docs. Dieser Zustand kann in vielfacher Hinsicht kritisiert werden, u. a. Machtkonzentration in (wenigen) Lehrstühlen sowie Unsicherheit für ebendiese Doktorand*innen, von denen die meisten das Wissenschaftssystem nach der Promotion wieder verlassen müssen. Doch darum wird es in einem späteren Beitrag mal gehen – heute möchte ich mich stattdessen einem eher „technischen“ Problem widmen, das mit dieser Masse an Promotionen einhergeht, nämlich der zu starken Fokussierung auf „neue“ Forschung.

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To be or not to be: Möchtegern-kreative Titel wissenschaftlicher Artikel

Vor mehr als drei Jahren wies ich hier darauf hin, wie kreativ manche Wissenschaftler*innen bei der Formulierung von Artikeltiteln sind. Doch sind das leider seltene Ausnahmen – in den meisten Fällen sind die Titel wissenschaftlicher Publikationen entweder trocken und dröge, oder aber möchtegern-kreativ. Letzere greifen auf mitunter völlig abgedroschene Phrasen zurück, und um diese soll es heute gehen. Weiterlesen „To be or not to be: Möchtegern-kreative Titel wissenschaftlicher Artikel“

Frauen in der Umweltökonomik

Dieses Jahr wurde zum zweiten Mal in der Geschichte des Nobel-Gedenkpreises für Wirtschaftswissenschaften ein fast-Umweltökonom ausgezeichnet. William Nordhaus ist ein sehr anerkannter Klimaökonom – gleichzeitig aber, und das ging in den vielen enthusiastischen Medienberichten unter, auch ein umstrittener, insbesondere wegen seiner Position zur sozialen Diskontierung sowie seiner klimapolitischen Empfehlungen (Stichwort climate policy ramp). Doch heute soll es mir nicht um Nordhaus’ Würdigkeit als Preisträger gehen (trotz der Kontroversen ist sie gewiss gegeben) – dazu siehe z. B. Frank Ackermans Buch Can We Afford the Future? Stattdessen möchte ich den Anlass nutzen, um mir die Gender-Balance in der Ökonomik bzw. speziell Umweltökonomik anzuschauen.

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Das WissZeitVG muss weg

Kürzlich „verlor“ ich eine geschätzte Kollegin und Mentorin, die das UFZ gen Ruhrpott verlassen musste. Sie hatte dort eine Professur bekommen, was ja eigentlich gut ist – „freiwillig“ war der Weggang allerdings ursprüglich nicht. Ähnlich erging es vor zwei Jahren einem anderen Kollegen, dessen akademische Karriere gar zu Ende kam – er wechselte zu einem Verlag. Ebenfalls nicht wirklich „freiwillig“. Beide waren seit vielen Jahren engagierte, beliebte und erfolgreiche Wissenschaftler/innen am UFZ. An beider Weggang war das Wissenschaftszeitvertragsgesetz schuld.1 Weiterlesen „Das WissZeitVG muss weg“

Mirowski und Open Science: mehr Schall und Rauch als alles andere?

Philip Mirowski ist vor allem für seine wissenschaftshistorische Kritik der neoklassischen Ökonomik bekannt, insbesondere in More Heat Than Light (schon lange auf meiner Leseliste…). Wenn so jemand einen kritischen Artikel über Open Science schreibt, horche ich naturgemäß auf. Doch stellt sich heraus, dass The future(s) of open science vor allem viel Schall und Rauch ist, ein „old man’s rant“ über bösen Neoliberalismus, der hinter jeder Ecke hervorlugt. Dabei enthält Mirowskis Text durchaus interessante Erkenntnisse – geht aber gleichzeitig sehr selektiv und einseitig mit Open Science um. Weiterlesen „Mirowski und Open Science: mehr Schall und Rauch als alles andere?“